Was ist Rotlicht?

Als Rotlichtbehandlung (oder synonym Infrarot-Behandlung) wird die therapeutische Nutzung von wärmender Rotlichtstrahlung bezeichnet. Die Rotlichtbehandlung ist damit Bestandteil der sogenannten Physikalischen Medizin.

Rotes Licht zu Therapiezwecken?

Die Bezeichnung „Rotlicht“ darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei der therapeutisch wirksamen Strahlung, die von einer Rotlichtlampe erzeugt wird, nur zu einem kleinen Teil um den sichtbaren roten Lichtanteil handelt.

Wesentlich wichtiger für die Wirkung ist der Anteil nicht mehr sichtbarer Wärmestrahlung, der sogenannten Infrarotstrahlung. Diese sorgt dafür, dass das bestrahlte Gewebe erwärmt wird. Der Vorteil von Infrarotstrahlung: Sie können ein paar Millimeter in das Gewebe eindringen und es somit sogar von Innen erwärmen. Dies kann sichtbares Licht nicht, oder nur zu einem sehr geringen Anteil.


Wärmestrahlung ist doch unsichtbar, oder?

Doch, wenn Infrarotlicht nicht sichtbar ist, woher kommt dann die rote Farbe der Rotlichtlampe, die man deutlich sehen kann?

Die Glühbirne der Rotlichtlampe erzeugt nur zum Teil Infrarotstrahlung, und zwar speziell das sogenannte Nahe Infrarot (Abkürzung NIR). Dieses schließt sich unmittelbar an den Teil des sichtbaren Lichtes an, denn die infrarote Wärmestrahlung liegt von ihrem Frequenzband her genau neben dem sichtbaren Licht.

Der Treffpunkt von sichtbarem Licht und dem Nahen Infrarotlicht ist der für uns Menschen als „Rot“ wahrnehmbare Lichtbereich. Die Glühbirne der Rotlichtlampe erzeugt Licht, das genau in diesem Frequenzbereich liegt. Da sie aber ein eher breites Spektrum liefert, der beide Bereiche – den roten und den infraroten – abdeckt, sehen wir rotes Licht. Die rote Beschichtung der Glühbirne sorgt dafür, dass alle weiteren Farben herausgefiltert werden.

Wieso ist die Sonne dann nicht auch rot?

Auch die Sonne liefert große Mengen an Wärmestrahlung. Spätestens im Frühling nach einem langen Winter wird einem dies wieder neu bewusst.

Warum sie nicht rot scheint, liegt einfach daran, dass sie auch von allen weiteren Wellenlängenbereichen des sichtbaren Lichts sehr viel erzeugt, die den vergleichsweise schwachen Rotlichtanteil ganz einfach überdecken.